Szenario: Ransomware-sicheres Backup für eine Zahnarztpraxis
Szenario: ein typischer Fall, durchgedacht so, wie ich ihn angehen würde. Kein Kundenprojekt; Namen und Zahlen sind beispielhaft.
Eine Zahnarztpraxis speichert Röntgenbilder, DVT-Aufnahmen und Scans auf einem Netzwerkspeicher, der zugleich ihr einziges Backup ist. So würde ich die Daten absichern, damit die Praxis nach einem Angriff mit Ransomware am nächsten Arbeitstag wieder behandeln kann.
Ausgangslage
Die Praxis hat vier Behandlungszimmer, ein DVT-Gerät und einen Intraoralscanner. Die Bilddaten umfassen etwa drei Terabyte und wachsen jedes Jahr um einige hundert Gigabyte. Alles liegt auf einem NAS im Technikraum. Dasselbe NAS sichert die Praxissoftware jede Nacht auf eine zweite Freigabe. Eine Wiederherstellung hat noch niemand ausprobiert, und das Kennwort für das NAS kennen drei Personen sowie der Gerätetechniker.
Was auf dem Spiel steht
Ransomware verschlüsselt alles, was sie über das Netz erreicht. Liegen Daten und Backup auf demselben Gerät und sind mit denselben Zugangsdaten erreichbar, verschlüsselt sie beides in einem Durchgang. Dann gibt es keine saubere Kopie mehr, aus der sich die Praxis wiederherstellen ließe.
Für eine Zahnarztpraxis wiegt das doppelt. Röntgenaufnahmen müssen nach dem Strahlenschutzgesetz zehn Jahre aufbewahrt werden, bei Kindern und Jugendlichen länger. Ohne Bilder und Patientenakte lässt sich kaum behandeln, und jeder Tag Ausfall kostet Termine und Vertrauen.
Vorgehen
1. Bestandsaufnahme und Datenklassen
Zuerst halte ich fest, welche Daten es gibt, wo sie liegen und wie schnell sie nach einem Ausfall wieder da sein müssen. Die Datenbank der Praxissoftware und die Bilder der letzten Monate braucht die Praxis am selben Tag. Ältere Aufnahmen dürfen länger dauern, müssen aber vollständig und lesbar bleiben. Aus diesen Klassen ergibt sich, wie oft gesichert wird und wie lange die Kopien aufbewahrt werden.
2. Drei Kopien, eine davon unveränderlich
Die Sicherung folgt der 3-2-1-Regel, ergänzt um eine Kopie, die niemand löschen oder verändern kann.
Praxisdaten
Was täglich gebraucht wird
Lokale Snapshots
Schnell zurück nach einem Fehler
Zweites Gerät
Wenn das NAS selbst ausfällt
Unveränderliche Kopie
Wenn alles im Haus verloren ist
Die Kopie außer Haus wird vor dem Hochladen verschlüsselt, der Schlüssel bleibt in der Praxis und liegt zusätzlich ausgedruckt im Tresor. Ob ein Cloud-Speicher mit Löschsperre oder wechselnde Festplatten besser passen, entscheidet die Praxis mit mir und ihrem Datenschutzbeauftragten.
3. Backup und Praxisnetz trennen
Das zweite Sicherungsgerät steht in einem eigenen Netzsegment, und nur der Sicherungsdienst darf dorthin schreiben. Es hat eigene Zugangsdaten, die an keinem Praxisrechner gespeichert sind. Die Gerätenetze für Röntgen und Scanner trenne ich vom Verwaltungsnetz, damit ein infizierter Empfangsrechner die Bildgebung nicht erreicht.
4. Überwachung
Jede Sicherung meldet, ob sie gelaufen ist und wie groß sie war. Bleibt eine Meldung aus oder ändert sich die Größe ungewöhnlich stark, geht eine Warnung raus. Ein plötzlicher Sprung kann ein Zeichen dafür sein, dass gerade Daten verschlüsselt werden.
5. Wiederherstellung üben
Ein Backup ist erst dann etwas wert, wenn die Wiederherstellung funktioniert. Einmal im Quartal stelle ich eine Auswahl an Daten auf einem Testgerät wieder her, öffne Bilder im Viewer und prüfe, ob die Praxissoftware mit der zurückgespielten Datenbank startet. Jeder Test wird protokolliert, mit Dauer und Ergebnis.
6. Notfallplan
Der Notfallplan passt auf wenige Seiten und liegt auch auf Papier vor. Er sagt, wer welche Geräte vom Netz nimmt, wen die Praxis anruft und in welcher Reihenfolge die Systeme zurückkommen. Die Praxissoftware kommt zuerst, die Bilder der aktuellen Woche danach, das Archiv zuletzt.
Ergebnis, das ich anstreben würde
- Nach einem Angriff arbeitet die Praxis innerhalb eines Arbeitstages wieder mit Praxissoftware und aktuellen Bildern.
- Höchstens die Daten seit der letzten nächtlichen Sicherung gehen verloren, meist nur die der letzten Stunde.
- Die Aufbewahrungsfristen sind über alle Kopien hinweg eingehalten und dokumentiert.
- Die Praxis kann mit Protokollen belegen, dass die Wiederherstellung funktioniert.
Was es braucht
Von der Praxis braucht es einige Stunden für die Bestandsaufnahme und eine Ansprechperson, die Termine mit den Geräteherstellern abstimmt. Zu entscheiden sind der Ort der Kopie außer Haus und wer im Notfall welche Rolle übernimmt. An Kosten fallen ein zweites Sicherungsgerät, Speicher außer Haus und die Zeit für Einrichtung und Tests an. Den genauen Rahmen klären wir im Erstgespräch.
Passende Leistung
Wie sicher ist Ihr Backup?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir, wo Ihre Daten liegen und ob sich Ihre Praxis nach einem Angriff wiederherstellen ließe.